Abseitspositionen

© Sonia DimitrowUngerührt von Sambafieber, Fußballgöttern und FIFA-Politik untersucht eine Handvoll angehender Journalisten die Möglichkeit einer Berichterstattung aus der Abseitsposition – definitiv unvollständig, weder am Puls der Zeit noch am Diktat der Nachrichtenwerte orientiert. Eine renitente, subversive Beschäftigung mit den blinden Flecken der Medienberichterstattung rund um Brasilien, Fußball und WM. (mehr …)

Tall and Tan and Young and Lovely…

Waxing … the Girl from Ipanema goes walking and when she passes each man she passes goes Aaah! – den meisten Menschen fällt bei dem Gedanken an das Girl from Ipanema der Großmeister des Bossa Nova Tom Jobim ein, der Strand von Ipanema in Rio, im Hintergrund der Zuckerhut und natürlich: Bikinimädchen. Wunderschöne Bikinimädchen, die nicht nur Poeten und Sänger zu Welthits bewegen, sondern auch den Durchschnittsmann durchdrehen lassen. Wenn Sie so denken, ok. Aber reden wir Mal darüber was dahinter steckt. Achtung im Schritt!

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Unsichtbare Schönheit. Rio de Janeiro

Tai Linhares by Joao XaviDie brasilianische Fotografin und Filmemacherin Taiane Linhares lebt seit Kurzem in Berlin. In ihrer Fotoserie, entstanden in den letzten Jahren im Großraum Rio de Janeiro, ist sie auf der Suche nach Perspektiven, die sonst unsichtbar sind. Taiane ist fasziniert von Unordnung. Die Schönheit fängt sie ganz nebensächlich, im Vorbeigehen ein.
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Um puto chato toma cacau …

Wie alle Länder dieser Welt hat natürlich auch Brasilien seine kulturellen Besonderheiten. Auf solche verweisen zum Beispiel russische Reiseratgeber im Internet, wie unsere russisch stämmige Autorin Lena Arent recherchiert hat. Von Toilettentüren bis zu Fernsehgewohnheiten kommt da einiges zusammen, was der Reisende beachten sollte. In guter  journalistischer Tradition wurden diese Tipps verifiziert.

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Manipulationen am Rande

_MG_8658 (2)Sonia Dimitrows Blick liegt auf Details. Ein Blick auf die Manipulationen am Rande sucht Unbemerktes und Prozessuales: minimale Segmente, aus denen Abläufe und Strukturen entstehen, Zusammenhänge erkennbar werden. Was führt zu welchem Ergebnis? Was habe ich in der Hand und wie? Ein Versuch über: Hände.

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200% politisch poetisch

Keep it alive by Vinicius GasparSie bewegen, was sie bewegt – und sich selbst. Geschichten von vier BrasilianerInnen in Berlin. Die auch in Shanghai oder London oder Agadir leben könnten und statt des brasilianischen Passes auch den chinesischen, algerischen, us-amerikanischen oder kubanischen haben könnten. Warum das so wahllos ist? Weil es hier um eine klare Ansage geht: eine andere Welt ist möglich. Und dazu muss man nicht träumen.

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coming soon: Sócrates an der Küchenwand

Che Guevara-T-Shirts, -Kappen und -Poster sind wir gewohnt, seit letztem Sommer gibt’s auch die Ramones wieder im Massendruck für H&M-Jünger. Obamas Konterfei war das letzte Bild, das in Massenproduktion in unseren Alltag eindrang. Ikonen, die einem selbst die Revolution abnehmen, das Selbstbild aufpolieren oder Träume warmhalten. Geschenkt. Den brasilianischen Fußballrebellen Sócrates an der Wand zu haben, das macht hingegen neugierig. Immerhin kennen sein Konterfei nur die Wenigsten.

Das ist Journalismus wie gehabt. Ein Interview mit Christian Russau

Während wir im Berliner Haus der Kulturen der Welt Abseitspositionen zur Berichterstattung rund um die WM suchen, gibt es außerhalb der HKW-Mauern natürlich auch ein paar Profis, die in, aus und über Brasilien berichten. Mit einem davon hat sich unsere Gastautorin Leyla Dere getroffen. Der Journalist und Autor Christian Russau ist Mitherausgeber des Buches „Fußball in Brasilien: Widerstand und Utopie. Von Mythen und Helden, von Massenkultur und Protest“ (VSA, 2014) und schreibt u.a. für das Online-Nachrichtenportal amerika21. Mittendrin im Thema sozusagen.

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Fordert Demokratie – für alle! Politik im Afrobeat

Eine Band, die zum WM-Opening auf der Dachterasse des HKW auftritt. Zehn Köpfe, zwanzig Füße und noch mal zwanzig Arme. Benannt nach der Hausnummer 70 in der Treize de Mayo in Bixiga  – Bixiga 70. Mehr oder weniger Afrobeat, wenn man ihnen glaubt, sicher aber mit ganz gewaltiger Street Credibility.

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Coming soon: Was kostet Wohnen?

Die Mieten in Brasilien haben sich innerhalb der letzten 10 Jahre verdoppelt bis verdreifacht. Für den Bau bzw. Ausbau der 12 WM-Stadien mussten 233.000 Menschen ihre Wohnorte verlassen. Alternativen wurden versprochen, doch manch einer wurde zuerst einmal obdachlos. Ein Blick hinter die Kulissen und auf nur scheinbar Nebensächliches.

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Lusophone Verschiebungen. Mit Vatapá de Fruta Pão quer über den Atlantik

Vatapá by Sonia DimitrowSchon Tropicalismo ist Globalisierung, meint Arnaldo Prete. Der Sänger und Kopf der Berliner Band Vatapá de Fruta Pão, die für einen Mix aus Bossa Nova, Samba-Reggae und afro-brasilianische/ -lusophone Experimente steht, hat im letzten Jahr in Westafrika sein neues Album eingespielt. Sonia Dimitrow begibt sich im Blind Date mit dem Sänger der Band auf die Spuren hybrider Klänge aus Brasilien, Portugal, USA, Westafrika und Europa und lässt sich erklären, warum Prete auswandern musste, um Musiker zu werden. Abseits der gewohnten Spur.

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Moving in the other Direction

_DSC2524Eine Bildstrecke im Rahmen des ersten Wochenendes von Copa da Cultura 2.0 im Haus der Kulturen der Welt. Die eingefangenen Szenen finden abseits des Public Viewing und der öffentlichen Veranstaltungen statt. Der Fokus liegt auf den Besuchern und den Mitarbeitern im Haus, die sich vereinzelt und abgesondert in der einzigartigen, grafischen Architektur bewegen. Ab vom Geschehen wirken die Personen wie geisterhafte Fremdkörper, losgelöst von jeder Realität der Events vor Ort. Durch die isolierte Position der Abgebildeten spiegeln die entstandenen Bilder die kleinen Momente der Ruhe und des Innehaltens im Abseits wieder. Eine Bildstrecke von Mirja Zentgraf.

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Casablanca, montags 20 Uhr . Telenovela Prime Time

cc image courtesy of flickr.com/photos/susanad81Wir machen uns über sie lustig. Wir zerreden sie und würden nie öffentlich zugeben unsere Zeit damit zu verbringen: Lateinamerikas wahrscheinlich größter kultureller Exportschlager – die Telenovela. Wie der Serien-Schmonz nach Marokko kam. Eine Erinnerung.

von Danica Bensmail.

„Nicht jetzt Mädchen! Ruf in einer Stunde noch mal an“, zischte Mouima – klick! Meine Oma hatte mich tatsächlich am Telefon abgewürgt – wegen einer Telenovela? Ich war irritiert. Unser wöchentliches Telefonat war seit langem ein festes Ritual und mir sehr ans Herz gewachsen. Jeden Montag um 20 Uhr Ortszeit klingelte ihr Telefon im Stadtteil Derb Sultan in Casablanca. Und jeden Montag nahm sie den Hörer ab. Bislang. (mehr …)